unser Küchenbereich nach Montessori



Letzte Woche habe ich endlich den Küchenbereich der Jungs rundum erneuert. Obwohl eigentlich gar nicht wirklich erneuert, sondern eher angepasst. 

Wann immer sich in unserer Wohnung etwas zu Gunsten der Jungs ändert, resultiert das Ganze aus der Beobachtung der beiden im Alltag heraus. Ich reagiere dabei eigentlich nur auf ihre Wünsche und/oder Versuche Hindernisse und Barrieren möglichst aus dem Weg zu schaffen.
Hürden erkenne ich dabei oft daran, dass die beiden viel nach Hilfe und "unnötiger Unterstützung" fragen müssen oder wie bisher an 5 verschiedenen Stellen in der Küche sich ihren Kram zusammen suchen müssen, bevor sie endlich anfangen können. 
Bitte nicht falsch verstehen, wenn ich unnötige Unterstützung schreibe, dann meine ich damit nicht, dass ich meinen Jungs nicht gern beistehe oder ihnen helfe, wenn sie meine Hilfe benötigen - sondern damit meine ich Situationen in denen die beiden beispielsweise kein Glas Wasser eingießen können, weil der Krug im Hängeschrank steht, oder das sie sich ihre Weintrauben nicht selbst waschen können, weil das Sieb für sie unerreichbar ist. 

Ihre Schürzen hingen anfangs beispielsweise auch auf der gegenüberliegenden Seite der Küche und dadurch haben die Jungs irgendwie gar nicht erst dran gedacht, obwohl sie ihre Schürzen so gern verwenden. 
Dadurch, dass nun alles an einem Ort ist, kommen sie viel einfacher in einen fließenden Ablauf hinein.
  





Wenn wir am Nachmittag nach Hause kommen, bereiten sie sich gern einen kleinen Snack zu. Oskar schneidet sich nach wie vor am liebsten eine Banane mit einem Wellenschneider auf. Emil wäscht sich entweder irgendein Obst oder bereitet Himbeer-Porridge zu, den wir ja ziemlich suchten seit einigen Monaten.
Das Rezept habe ich übrigens laminiert und mit einem Ring ebenfalls gleich mit an den Küchenwagen gehängt, mal sehen wie groß unsere Rezeptesammlung werden kann, bis der kleine Haken dann doch abfällt.

Ansonsten habe ich mich beim Einräumen des zweiten Faches (im ersten Fach mit dem Geschirr hat sich seit Jahren eigentlich nichts geändert - außer der Anzahl an Tellern, die ist erheblich geschrumpft, komisch) an ein ziemlich einfaches Prinzip gehalten: was sie häufig benutzen kommt nach vorn, was eher selten im Gebrauch ist nach hinten. 
Ich wünschte nur man könnte diese Regalböden ausziehen, dann hätten die Jungs wohl einen noch besseren Überblick auf ihre Küchenutensilien.





Ich wurde schon ganz oft gefragt, ob und wie ich die Übungen des praktischen Lebens in unserem Alltag integriere und ob diese permanent für die Jungs zur Verfügung stehen.

Oskar liebt es bis heute zu schütten und Wasser von einem kleinen Krug in einen anderen zu gießen - daher steht eben auch diese Übung für ihn auf einem kleinen Tablett bereit. 
Für Emil sind diese Übungen allerdings schon viel mehr gelebter Alltag - also keine Übungen mehr in dem Sinne, sondern schon in der praktischen Anwendung. Er knackt allerdings super gern Nüsse, essen mag er sie tatsächlich eher weniger (gut für mich) und daher steht auch immer eine Nussschale mit einem Nussknacker auf dem Regal. Ansonsten benutzen die beiden ihre Utensilien eher um eben Essen zuzubereiten, immer weniger um sich extra zu üben:







6 Kommentare:

  1. Toller Nussknacker! Wo gibt es den?

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    1. Ich habe unseren zwar über Amazon gekauft, aber es gibt ihn beispielsweise auch hier bei Manine Montessori:
      https://manine-montessori.com/collections/kitchen/products/wooden-nutcracker

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  2. Gelingt deinen Söhnen das Nüsseknacken mit diesem Nussknacker? Ich habe letztes Jahr den gleichen gekauft und meine vierjährige Tochter (groß und eigentlich ziemlich stark und geschickt) schafft es nicht, damit die geliebten Walnüsse zu knacken, wir sind ein bisschen frustriert... hast du vielleicht einen Tipp?

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    1. Emil ja, seit ca. 1,5 Jahren (erst wird im April 5), Oskar (zwei Jahre) noch nicht.
      Wir haben bisher nur Haselnüsse verwendet, die gehen bestimmt um einiges Leichter als Walnüsse? Im Kinderhaus meiner Jungs werden damit auch Erdnüsse geknackt, die gehen besonders leicht.
      Bei den großen Walnüssen würde ich vielleicht nur noch darauf achten, dass die Nuss den Druck direkt auf diese "Seitennnähte" bekommt. Aber wie gesagt, die haben wir auch noch nicht ausprobiert - mag hier leider keiner gern essen.
      Alles Liebe für euch, ich hoffe sehr das sich der Frust in große Freude umwandelt.

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