eure Leserfragen: wie findet man geeignete Materialien?

Es freut mich wirklich immer ganz besonders, wenn ich Nachrichten von euch erhalte. Vielen, vielen Dank dafür - sei es Kritik, Lob oder einfach ein Austausch von Erfahrungen, all eure Worte bedeuten mir sehr viel. 
Als kleines Dankeschön dachte ich an eine ganz neue Rubrik: eure Leserfragen, in der ich, sich oft wiederholende Fragen ausführlicher beantworte, wie findet ihr das? Den Anfang macht heute: wie findet man geeignete Materialien?


Holz-Wäscheklammern zum Stecken vom Flohmarkt, Korb aktuell bei nanu nana.


Besteck-Tragekorb von Ikea


Ich muss dafür ein wenig ausholen und zwar bei den Kriterien nach denen ich Neues für Emil und/oder Oskar auswähle: zu allererst müssen neue Gegenstände kindgerecht, handlich und möglichst robust sein, denn nicht ich möchte damit arbeiten sondern meine Jungs und es ist einfach immer schöner, wenn ein neues Teil auch noch bis zum zweiten Kind durchhält.
Dann suche ich immer Gegenstände, die eine gewisse Ordnung vorgeben (Sortiertabletts, Körbe mit Fächern, ect.) gern auch mit Henkeln, die ein sicheres Tragen ermöglichen. 
Außerdem bevorzuge ich noch Glas, Keramik (denn nur so können sie den Umgang damit auch lernen) und Naturmaterialien vor Plastik, weil ich es als ansprechender empfinde. Was mir mit meinen Jungs im Alltag aufgefallen ist, dass allzu grelle und auffälligen Muster oder Farben oft nur von der eigentlichen Sache ablenken.


Tablett perfekt zum Sortieren, aktuell bei depot. Zuckerzange, unauffällig bei den Großeltern entwendet.


Das soll ein Zuckerstreuer sein (bei den rießigen Löchern muss man schon sehr auf süß stehen), auf jeden Fall aktuell bei depot und Holzstäbchen aus dem Bastelladen (wobei Zahnstocher den gleichen Zweck erfüllen)



Diese Kriterien im Hinterkopf sind wie ein Filter mit dem ich durch die Welt laufe - man entwickelt nach und nach einfach ein gewissen Blick für geeignete Dinge und damit kann man so gut wie überall fündig werden: Flohmärkte, Dachböden, Sperr"müll" und natürlich Läden aller Art 

Bei mir ist es oft so, wenn ich etwas ganz gezielt suche (wie zum Beispiel einen hübschen Nussknacker Ende letzten Jahres), dann finde ich absolut nichts und aber so nebenbei findet man oftmals richtige kleine Schätze: folgende Obst- und Gemüsebürsten fand ich nur, weil ich beim Wocheneinkauf an einer besonders langen Schlange anstehen musste, welche mich natürlich genau vor diesem Ideenwelt-Regal halten ließ und siehe da: Verkaufstaktik gelungen.






Für alle, die sich mit dieser Frage an mich gewendet haben, ich hoffe es hilft euch weiter - Augen stets offen halten und nicht allzu viel suchen. Alles Liebe für euch.
Noch eine Frage?? Hinterlasst mir gern ein Kommentar, oder schreibt mir eine Nachricht an emilundmathilda(at)aol.de 

ich freue mich darauf.



6 Kommentare:

  1. Liebe Mathilda,herzlichen Dank für die vielen tollen Anregungen auf deinem Blog! Ich lese sehr gern bei dir und versuche einiges an Ideen für meine Tochter umzusetzen. Mein Problem oder meine Frage: meine Tochter (3 Jahre) spielt eigentlich nicht Montessori-typisch, falls man das so sagen kann. Sie geht den ganzen Tag in Rollenspielen auf. Sie macht zwar auch mal ein Legespiel zum Beispiel (für 10 min), aber meistens schüttet sie die Puzzle teile, Kärtchen etc. in eine Schüssel und verfüttert sie an ihren "Hund" oder verkauft diese hinter einer Truhe stehend in ihrem "Laden". Das dann stundenlang. Woran liegt es, dass die Montessori inspirierten Spielideen bei ihr nicht so "landen"? Hast du vielleicht eine Idee und kennen auch andere das Problem? Liebe Grüße, Leila

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    1. Liebe Leila,
      zunächst möchte ich dir für deine lieben Worte danken, dass freut mich wirklich ganz besonders. Schön, dass du zu uns gefunden hast.

      Puh, schwierig das aus der Ferne einzuschätzen, es könnte verschiedene Ursachen haben - hast du das Gefühl sie verliert sich immer wieder in einer Phantasiewelt? Könntest du versuchen sie daraus in die "Wirklichkeit" zurückzubringen - wenn sie zum Beispiel "Laden spielt", könnte sie vielleicht mit einem kleinen Einkaufswagen übernehmen und an der Kasse zahlen etc?! Hast du mit den Kärtchen etc vielleicht noch nicht ganz ihr Interesse getroffen? Das ging mir mit Emil eine zeitlang so, ich druckte ihm Karten mit denen er Muster legen konnte aus, aber er steht da einfach nicht drauf, er macht das nicht gern - in der Zeit habe ich ihm viel zum Fühlen angeboten - Linsenwanne mit verschiedenen Löffeln, Schüsseln mit Wasser und die verschiedensten Gläser und Krüge, dass hat ihm sehr geholfen sich auch wieder ein Stück weit zu erden und "wieder in der Wirklichkeit" anzukommen.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.
      Alles Liebe für euch

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  2. Danke für Deine lange Antwort und Deine Tipps, das werde ich ausprobieren! Liebe Grüße, Leila

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  3. Hallo Mathilda,
    Das Tablett von Depot ist ja toll da werde ich auch mal nach schauen. Und die Obst-und Gemüsebürsten haben wir hier auch ;) danke für die Tipps
    Lg steffi

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  4. Ich finde deinen Blog ganz toll - du schreibst so angenehm - so wie ich die Montessoripädagogik auch ganz wunderbar finde.

    Ich habe einen Sohn mit 3,5 Jahren und einen mit 1,5. Die beiden sind völlig unterschiedlich. Der kleine liebt es zu malen und ist feinmotorisch sehr begabt. Er kann eine halbe Stunde hochkonzentriert Zahnstocher durch Löcher schieben. Der Große hingegen konstruiert den lieben langen Tag. In Duplo geht er völlig auf oder aber er schnappt sich irgendwelche Küchengeräte, Stöcke, Schnüre, Deckel, Gießkannen, Möbel etc. und kombiniert sie. Am Ende präsentiert er dann einen Mähdrescher oder eine Strickmaschine. Mit typischen Montessoriarbeiten kann ich ihn kaum begeistern, den kleinen Bruder jedoch schon. Ich persönlich habe es für mich so akzeptiert, dass es einfach Charaktersache ist, ob ein Schleichtier oder eines von Ostheimer das richtige ist. Ob gebaut oder gebastelt wird, ob beim Putzen geholfen wird oder Drachen bekämpft. Es gibt nun mal Träumer, Realisten, Ingenieure, Puppenmütter, Rennfahrer und Puzzlekönige. Was für mich wichtig ist: der Blick aufs Kind, angenehmes Material, das Zutrauen, etwas zu können. Nachdem hier Regale voller Arbeiten und schönen vorbereiteten Ideen verstaubt sind, bin ich an Montessori anders heran gegangen. Ich sammle immer noch Inspirationen, aber es wird langsam und ohne große Erwartungen dieses und jenes ausprobiert. Ich freue mich aber auch sehr darüber, dass unser zweiter Sohn Interesse an so Fitzelarbeiten und am Tellerwaschen hat. =)

    Viele Grüße
    Jenny
    www.meinwaldkind.de

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    1. Liebe Jenny, hab ganz lieben Dank für deinen lieben Kommentar.
      Es klingt ganz wunderbar wie du deine Jungs begleitest, jedem seinen Raum zu geben und sie spielen und leben zulassen, so wie sie es ganz individuell benötigen, ist doch einfach ganz wunderbar.
      Ich spüre, dass du den Grundgedanken Montessoris in dir trägst und deine Sicht auf deine Kinder ist entscheidend, wie die beiden es umsetzen liegt ganz bei ihnen. Herrlich!!
      Alles kann, nichts muss. Mehr als anbieten kann man nicht, doch oft suchen sich die Kinder auch selbst was sie gerade für sich brauchen und das scheint bei den Kindern ja mehr als deutlich.

      Ganz, ganz toll. Von ganzem Herzen alles Liebe für euch und nochmals vielen Dank für deinen lieben Beitrag.

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