Geschwister gehören zusammen

Als ich mit Oskar schwanger war, habe ich mir natürlich viele, viele Gedanken darüber gemacht wie es wohl für uns alle sein wird, wenn ein weiteres Menschlein unsere Familie bereichert. Vor allem jedoch hatte ich Sorgen wie Emil mit der neuen Situation zurechtkommen würde, schließlich war er erst 2,5 Jahre jung als sich seine bisherige Welt komplett änderte.




Oskar und ich sind gleich am Tag seiner Geburt wieder nach Hause und Emil war so vorsichtig mit seinem zarten Bruder. Der Schock war dann eher bei mir zu finden, als ich entsetzt feststellen musste, dass Emil innerhalb eines halben Tages explosionsartig gewachsen schien. 

Diese wunderbar duftenden Neugeborenen haben einen ganz besondere Magie an sich. Alle Menschen in ihrer direkten Umgebung erstummen quasi vor der Ehrfurcht dieses offensichtlichen Wunders. Und so waren die ersten Tage wunderbar erholsam und einfach friedlich.

Oskar war stets in unserer Mitte und Emil hat ihn gehalten und ganz leicht gestreichelt - ein Bild, das ich für immer ganz tief im Herzen tragen werde. Nach den ersten Wochen wurde es allerdings auch wieder lauter und wilder und Emil war wieder Emil - er wollte nun, dass Oskar schnellstmöglich mit ihm Hockey und Verstecken spiele.





Seit Oskars Geburt haben die beiden ein gemeinsames Zimmer und seit Oskars Geburt halten sich beide auch tagtäglich darin auf. So viel lieber zusammen, als getrennt voneinander. Es kommt bei uns quasi nie vor, dass einer im Kinderzimmer und einer im Wohnzimmer spielt.

Im Gegenteil, wenn ich allein mit Oskar im Wohnzimmer wäre, würde Emil sich wohl ziemlich ausgeschlossen fühlen. Sie suchen sich regelrecht und man spürt auch die besondere Bindung der beiden. 
Emil übernimmt dabei sehr gern "die Rolle des Lehrers" und zeigt Oskar wie man irgendetwas macht und Oskar himmelt ihn dabei regelrecht an. Gleichzeitig ist Oskar aber auch der Mutigere von beiden und so zieht er seinen großen Bruder oft unbewusst mit, der es sich allein nicht so zugetraut hätte. 
Emil bekommt durch seinen kleinen Bruder und dessen Spielsachen auch die Gelegenheit alles nochmal zu wiederholen, wenn er dazu Lust hat und so kann da noch einiges bei ihm Nachreifen (wozu ich ihm damals nicht so den Freiraum gelassen habe wie Oskar ihn heute besitzt - doch das ist eine andere Geschichte).




Emil geht erst seit etwa 4 Monaten in den Kindergarten und so hatten die beiden viel Zeit sich gegenseitig kennen zulernen. Sie sind richtig miteinander und aneinander gewachsen.
Wie haltet ihr es? Hat jedes Kind bei euch sein eigenes Zimmer oder wie sind das allgemein eure Erfahrungen?




7 Kommentare:

  1. Meine zwei Mäuse haben jeweils ein eigenes Zimmer - diesen Luxus haben wir zum Glück in unserem Haus. :)
    Es ginge auch nicht gut, wenn sie gemeinsam in einem Zimmer schlafen würden, da doch jeder seine eigenen Interessen hat (Mädel und Bub). Dennoch finden beide immer den Weg ins andere Zimmer, um gemeinsam zu basteln, zeichnen oder zu spielen.
    Ich bin froh, dass jeder sein eigenes Zimmer hat - alleine schon deswegen, weil das Zubettgehen sonst nicht funktionieren würde. *G*

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  2. Wir haben dreijährige Zwillinge, die sich ihr Zimmer teilen. Da kamen auch in der Schwangerschaft die Fragen, wie wir das machen, ob wir uns was Größeres suchen, da ja nicht jedes Kind sein eigenes Zimmer hat.
    Seit den Sommerferien (bedingt durch den Urlaub, wo alle Kinder in einem Zimmer waren) schläft nun auch der "große" Achtjährige mit im Zimmer und es ist für alle ok. Ich hatte auch überlegt, ein Schlafzimmer und ein Spielzimmer einzurichten, aber das ist nicht praktikabel, wenn die Kinder doch mal unterschiedliches in Ruhe spielen wollen oder der Große, Freunde zum Spielen hier hat. In unserer Umgebung ist es ein ungewöhnliches Modell, aber für uns fühlt es sich gut an und das ist die Hauptsache.

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    1. Wie schön, dass du dich von deinem Bauchgefühl nicht hast abringen lassen - haltet an eurem Weg fest, ich wünsche alles Liebe

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  3. Und eine Sache habe ich noch: ich erlebe manchmal, dass bei Geschwisterschwierigkeiten oder wenn man am eigenen Limit ist, Geschwister getrennt werden. Natürlich ist es auch wichtig, dass jeder mal ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt, aber im weiteren Bekanntenkreis waren Zwillinge unterwegs (bevor ich wusste, dass ich auch welche bekommen werde) und kaum waren sie da, war das große Kind (auch 2,5 Jahre wie Emil) wochenweise bei Oma & Opa untergebracht. Mir tat das Herz weh, natürlich ist es anstrengend, aber fühlt sich der große Bruder nicht einfach ausquartiert und wie soll die Familie zusammenwachsen, wenn tagelang kein Kontakt da ist? Als Krisenintervention ok, aber als Alltagslösung?
    Wir hatten auch Phasen, wo der Große nach hause kam und ich ihn am liebsten gleich losgeschickt hätte zum spielen, weil er das Spielgleichgewicht durcheinander bringt. "Kämpfe" um Rangordnung und Aufmerksamkeit mit schreien und heulen. Doch ist es seine Schuld? Und wie soll es sich ändern/einspielen? Ich bin froh, über Deinen Blogpost, vor allem die Überschrift spricht mir aus dem Herzen. Ist es nicht das Natürlichste der Welt, dass Geschwister zusammen aufwachsen?

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    1. Du Liebe, hab vielen Dank für deine Kommentare. Ich freue mich so sehr darüber und es ist schön zu lesen, dass du ganz gleich fühlst. Solche Entscheidungen, wie du sie beschreibst, werden sicher immer mit guten Hintergedanken getroffen. Für mich ist Trennung jedoch keine Lösung, eher ein zeitlicher Aufschub einer tieferliegenden Problematik - allgemein glaube ich, dass in eine Geschwisterbeziehnung ganz viele Aspekte mit hineinspielen. Ich kann hier nur übere unsere Erfahrungen berichten und wir haben uns damals ganz bewusst dazu entschieden Emil nicht zu den Großeltern zu geben sobald Oskar auf die Welt kam. Sie hatten es uns angeboten, aber es erschien uns irgendwie nicht passend - schließlich wollten wir alle unser Baby endlich kennen lernen auf das wir so sehnsüchtig gewartet hatten und diese Möglichkeit sollte auch Emil von Anfang an bekommen.
      Unsere Abendroutine bzw unser ganzer Tagesablauf hat sich für Emil nicht geändert, alles blieb wie immer - nur dass nun noch ein kleines Baby dabei war und so sind die beiden erst ganz langsam und dann ziemlich rasant zusammen gewachsen. Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass die Beziehung zu unseren Geschwistern die längste in unserem Leben ist - es sagt so viel und für mich ist Beziehung eben immer auch Nähe.
      Ganz liebe Grüße an dich und deine Familie

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  4. Unsere Kinder sind 1,5 Jahre auseinander. Sie sind knapp 2 Jahre und 4 Monate. Obwohl wir den Platz hätten, werden sich die Mäuse ein Zimmer teilen. Seit die Kleine auf der Welt ist, muss sie überall dabei sein und darf nirgendwo fehlen.
    Aktuell beschäftige ich mich sehr mit dem Thema Montessori und räume das Kinderzimmer um. Freue mich sehr das ich durch Zufall (wegen eines Beitrages über den Pimo Bewegungsraum in Leipzig) auf deinen Blog gestoßen bin. :-) Doreen

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    1. Liebe Doreen, wie schön, dass du zu uns gefunden hast. Im Pimo bin ich gern ab und an zur Spielzeit - Haike leistet dort eine ganz tolle Arbeit. Alles Liebe für euch und viel Freude bei der Kinderzimmergestaltung.

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