unsere Baby-led weaning Erfahrungen





Vor kurzem erhielt ich einen lieben Kommentar zum baby-led weaning (BLW) und diese Fragen möchte ich gern noch einmal aufgreifen und etwas umfassender über unsere Art der Beikosteinführung berichten.

Ich selbst habe vom BLW in dem einzigen Buch erfahren, welches ich vor der Geburt von Emil damals gelesen habe - Geborgene Babys von Julia Dibbern* - vom Familienbett über windelfrei bis hin zum baby-gesteuerten Abstillen, dem BLW, hat dieses Buch uns doch sehr stark beeinflusst. 

  • weitere Beiträge zum BLW und dessen Vorrausetzungen findet ihr hier und hier


Heißt das, du bereitest keinen Brei zu, sondern dein Oskar bekommt alles bereits gedämpft in Stückchen?

Liebe Josephine, dazu ein ganz klares Jein. 

Ich koche zwar tatsächlich keinen Brei und kenne mich mit der Zubereitung von Brei auch echt null aus, aber Oskar isst nicht nur gedämpftes Obst oder Gemüse. Vor allem bekommt er rohes Obst - das bietet allerdings einfach die Jahreszeit. Worauf ich achte, wenn ich ihm etwas zubereite, ist, dass ich es in eine Form bringe, die Oskar gut allein greifen kann.
Rohes Gemüse wie Gurke, Karotte und Tomate wird aufgrund der fehlenden Zähne nur ausgiebig bekaut und abgeschleckt - dient somit "nur" einem Geschmackserlebnis und wird nicht wirklich gegessen im Sinne von Hinterschlucken.






Hast du auch erst mittag etwas gegeben und dann nach einem Monat auch abends?

Nein, als Oskar begann Interesse am Essen zu zeigen, haben wir ihm gleich morgens, mittags und abends etwas angeboten zunächst eine rohe Karotte - nur zum Kauen und für den Geschmack, gar nicht mit dem Hintergedanken, dass er tatsächlich etwas isst. Nach ca. einer Woche gab es auch gedämpfte Apfelschnitze, weiche Birne (geschält) und Brötchen - zu Beginn ist es jedoch nicht mehr als ein Schmecken und Fühlen, nur sehr wenig wird auch tatsächlich geschluckt, wenn überhaupt. Das meiste wird in den Händen durchgemanscht, abschleckt und landet im Anschluß auf dem Boden - keine Panik, das wird irgendwann weniger, so mit zwei Jahren ;)

Daher ist BLW auch ganz lang kein Ersatz für eine Mahlzeit, ich stille Oskar z.B. immernoch voll und mit seinen 9 Monaten ist noch keine Milchmahlzeit komplett durch feste Nahrung ersetzt.  





Was bekommt er da so und ich würde mich sehr freuen noch mehr über die Zubereitung zu erfahren.

Für die Zubereitung der Beikost benötige ich neben Topf und Messer nur noch einen Dämpfkorb* - das war's auch schon. 
Zu Beginn hat Oskar Banane, Birne (geschält) und Apfel (geschält und gedämpft) bekommen - er entscheidet selbst ob und wie viel er isst oder ob er nur manscht (das können viele aus Erfahrung nicht gut ertragen, wenn mit dem Essen so "gespielt" wird - ich halte diese Sinneserfahrung jedoch für sehr wichtig - Banane fühlt sich nun einmal ganz anders an als ein Stück Brötchen oder eine Karotte)
Nach und nach gelangt immer mehr auf den Speiseplan, allgemein ist Oskars Essen stark daran orientiert was der Rest der Familie  so isst. Beide Jungs haben verdauungsmäßig nie Probleme gehabt und das obwohl sie sehr schnell einen sehr bunten Speiseplan hatten - ich vermute, dass das wirklich sehr langsame Steigern der tatsächlichen Nahrungsmenge dazu beigetragen hat.

Mittlerweile ist Oskar eine richtige kleine Fressraupe, er probiert alles und mag auch sehr viele verschiedene Dinge hat jedoch auch ganz klare Favoriten - Erdbeeren, Avocado, Banane, Pfirsich, Birne, Heidelbeeren, Wassermelone, Brombeeren (danach geht's auch gleich nochmal zum Planschen in die Wanne), Nektarine alles was das Herz begehrt und schön weich ist. Der Sommer bietet ja allerlei saftiges und schmackhaftes Obst. 
Auch isst er gerne Vollkornudeln (Längliche die das Baby gut greifen kann, sind besondern geeignet), unterwegs im Park auch mal eine Dinkelwaffel* oder Brötchen, gern mit ein wenig Kinder-Streich*. 
Aber auch gedämpftes Gemüse wie Süßkartoffel, Karotte, Zucchini, Brokkoli, Kartoffel, Kürbis sind bestens geeignet. 

Ich lasse ihn einfach probieren ganz ohne Druck - nichts muss, alles darf - die Geschwindigkeit bestimmt das Baby.




Alles Gute für dich und deine Familie liebe Josephine und vielen Dank für deine Fragen, ich hoffe sehr, ich konnte dir weiterhelfen.



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4 Kommentare:

  1. Liebe Mathilda
    Vielen lieben Dank, dass du die Fragen nochmals so genau aufgegriffen hast!
    Wir haben letzte Woche erstmals probiert unserer Emma Karottenbrei anzubieten aber um ehrlich zu sein war es kein Erfolg. Hingegen liebt sie die kühlen, rohen Karotten aus dem Kühlschrank umso mehr weil sie im Moment ja auch so mit ihren ersten Zähnen beschäftigt ist...
    Ich hatte bei unserem Breiversuch auch das Gefühl,dass das Gefüttert-werden an sich nix für sie is und ich find es es auch ein bisschen komisch, weil es nicht so selbstbestimmt ist wie es in meinen Augen sein sollte
    Also vielen Dank für all deine Erfahrungen die du mit uns teilst ich liebe es auf deine Seite zu kommen um zu sehen ob es was Neues gibt.
    Übrigens haben wir auch das Smile- Buch für Emma bestellt sie liebt es und plaudert sehr gerne mit den lachenden Kindern jetzt ist Emmas Papa grad im Urlaub und wir sind drauf und dran unser Büro in ihr Kinderzimmer zu verwandeln und auch da lass ich keine Zeile aus um mir Inspiration zu holen
    Kurzum vielen Dank
    Mfg Josephine

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    1. sehr gern geschehen, ich freue mich wirklich sehr über Kommentare dieser Art und natürlich auch über deine lieben Worte, vielen Dank.
      Ich habe auch schon des öfteren gehört, dass eine Mischform aus BLW und Brei für manche Familien gut funktioniert hat - lass dein Kind entscheiden und vertraue auf dein Bauchgefühl

      Nochmals alles, alles Liebe für euch und vielen Dank dir

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  2. Ich würde bei meinem Kind später auch gern BLW durchführen, aber mit dem Hintergedanken, dass sie mit einem Jahr schon in die Krippe soll/muss, weil ich da wieder arbeiten gehe, wird das wohl eher nichts, sehe ich das richtig? Schließlich entscheidet doch das Kind, wann es Interesse an "richtigem" Essen hat und abgestillt haben muss ich ja bis dahin auch. Wie kann man denn da ein Mittelding finden?
    Manchmal denke ich mir, dass es keine gute Idee war, schon nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen, aber finanziell ist es länger nicht möglich. Hast du evtl. noch einen Tipp für mich, welche Alternativen es zum Thema Beikost gibt?
    Vielen Dank
    Jane

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    1. Muss nicht sein, aber da man mit dem BLW ja später anfängt, kann es schon sein, dass die Kinder einfach ihre Zeit brauchen.. als Emil in die Kita ging mit ca 18 Monaten haben wir zum Beispiel immer noch gestillt und er hat schon ganz allein gegessen.
      Nun jede Familie findet seinen Weg und so geben manche abends einen Brei und zum Mittag BLW.
      Leider habe ich keine weiteren Alternativen parat, aber die Kitas sind meist gut auf unterschiedliche Esstypen eingestellt.

      Liebste Grüße, Mathilda

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