unser montessori inspiriertes Kinderzimmer für 2 Kinder

Zugegeben, es ist eine echte Herausforderung ein geteiltes Kinderzimmer für ein schon sehr selbstständiges Kleinkind und ein ausräumwütiges Krabbelbaby zu gestalten.. 

Wie gelingt es nun die Selbstständigkeit des Großen zu erhalten und dabei der Neugier und dem Entdeckungsdrang des Kleinen weiterhin gerecht zu werden? 
Nicht einfach deswegen, da der Kleine ja nicht nur ausräumt, umkippt und untersucht, sondern auch zerstört - unabsichtlich natürlich, dennoch schwer für den Großen zu erdulden. 

Ich sage es gleich ganz ehrlich, eine optimale Lösung habe ich leider auch noch nicht gefunden. Kompromisse müssen auf beiden Seiten geschlossen werden. Was für uns jedoch sehr gut funktioniert, war/ist reduzieren, reduzieren, reduzieren. 
Nicht nur bezogen auf das Kinderzimmer, sondern auf die ganze Wohnung übertragen. Sodass soviel wie möglich für beide Kinder an Möglichkeiten am Ende erhalten bleiben.





Seit Oskar anfing zu robben und kurz darauf auch begann sich die ersten Sachen aus dem Regal zuziehen, haben Emil und ich, die Spielzeuge bestimmt, die ihm am liebsten sind. 
Er hat verstanden, dass kleine Teile (wie die Nägel bei seinem geliebten Hammerspiel) gefährlich für Oskar sein könnten und er war damit einverstanden, dass wir es erstmal wegräumen. Wir tauschen allgemein immer mal seine Spielzeuge durch - er weiß also, dass es nicht für immer verloren ist. Seit dieser Zeit teilen sich die beiden ein Spielregal.

Worauf Emil jedoch nicht verzichten wollte, waren seine Murmeln. Da ich allgemein schon sehr überrascht war, wie selbstverständlich er bereit war, seinen Platz zu räumen, wollte ich ihm seine Murmeln auch erlassen. Wir fanden eine gute Lösung. 
Die Murmeln stehen nun ganz oben auf dem Regal - wo Oskar definitiv nicht ran kommt und Emil spielt vor allem am Abend damit, wenn Oskar bereits schläft. 




Dieses kleine Regal ist ausschließlich für Emil gedacht. In diesem Regal stehen Materialien, die für die Arbeit am Tisch gedacht sind und nicht den "klassischen Spielzeugen" entsprechen, wie seine Sandpapierbuchstaben (mehr dazu hier) oder seine Fühlzahlen (mehr dazu hier). Oskar stellt sich hier zwar oft an den Tisch und schaut zu. Ab und an versucht er natürlich auch das ein oder andere runter zu ziehen, aber Emil weiß seinen Tisch sehr gut zu verteidigen - "Nein, Oskar hier arbeite ich! Schau mal hier, der Papierkorb." 
So lustig. Es klappt ja auch wirklich, Oskar räumt so gern Papierkörbe aus und hat Emil an seinem Tisch dann schon wieder ganz vergessen.



Unser von Opa gebautes Bett für die Jungs. Hach ja, es ist einfach schön. Emil schläft hier nachts noch allein, während Oskar hier eher ein Mittagsschläfchen abhält. Emil fragt schon seitdem Oskar auf der Welt ist, wann sie denn endlich gemeinsam da schlafen können.
Ich bin mal gespannt, ob das gut geht und wann es dann soweit sein wird. Tagsüber dient uns das Bett auch als gemütliche Leseecke und Oskar hat hier auch seine Mobiles bestaunt (mehr dazu hier).


Auch in der Kunstecke gab es ein paar Änderungen. Ein Umstieg auf bruchsichere Stifte, wie diese von Lyra*, die mir von einer befreundeten Kunstlehrerin empfohlen wurden und für das Kneten wurde die "bitte-nicht-unbedingt-essen Knete" in kleinen Dosen für Emil aufbewahrt. Nachdem Oskar sich das ganze hat drei- viermal über den Kopf rieseln lassen, hat er auch kein sonderliches Interesse mehr an dieser Ecke des Zimmers.






Was auf der einen Seite die Malecke ist, wird auf der anderen zu den Kleiderschränken der Jungs. Emils Kleiderschrank ist sehr gut aussortiert und geordnet (Allerdings bin ich noch auf der Suche nach kleinen Bildchen von Kleidungsstücken, die ich an den Schubladen anbringen möchte - wenn alles fertig ist zeig ich nochmal komplett). Bei Oskar sammelt sich alles was Emil zu klein geworden ist, nicht besonders praktisch. Seine aktuelle Kleidung ist allerdings in der Wickelkommode im Schlafzimmer untergebracht.



Die beiden vertragen sich zum Glück sehr gut und vor allem Oskar liebt seinen großen Bruder abgöttisch. Wenn beide im Zimmer sind, sucht sich meist jeder seine Ecke und spielt, bzw räumt aus. Es nützt alles nichts solange Oskar nur ausräumt, ist es an mir, ihm alles hinterherzuräumen. Es ist natürlich eine nervige und sich viertelstündig wiederholende Aufgabe, aber nach dem Ausräumen, kommt auch irgendwann wieder das Einräumen.
Wenn ich sehe, dass Emil sehr in eine Arbeit vertieft ist und Oskar ihn wahrlich bei der Konzentration stört, dann nehme ich mir Oskar einfach mit in die Küche - bereite da irgendwas vor und Oskar räumt derweil dort alles aus. So hat Emil auch mal Zeit ganz für sich allein. Jedoch achte ich auch umgekehrt darauf, dass Emil seinem kleinen Bruder nicht einfach etwas wegnimmt, wenn Oskar einen Gegenstand genau untersucht. Ich versuche wohl einfach einen guten Mittelweg zu finden, mich nicht zu sehr reinzudrängen, da die beiden sich schon sehr gut einig werden (in dem Emil für Oskar den Papierkorb bereitstellt) aber dennoch darauf zu achten, dass die Grenzen beider gewahrt bleiben.



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9 Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen Tollen Beitrag! Ich stehe gerade vor dem gleichen Problem (der Große 3,5 und die Kleiene 10 Monate), leider nur 9 m² zur Verfügung aber einfach zuviel Spielzeug - das reduzieren müssen wir noch üben (wobei ich mich schon sehr bemühe...) - vielleicht kannst du uns irgendwann nochmal erzählen was auf eurem Regal steht?

    Vielen Dank für deinen Blog, bin vor kurzem darauf gestoßen und lese seitdem begeistert ;)

    Weiter so!

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    1. Hallo Annemarie,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar - sehr gern zeige ich in den nächsten Wochen das Geschwisterregal etwas genauer. Bei uns war/ist das Reduzieren wirklich ein Prozess, der sich über mehrere Wochen gezogen hat - Stück für Stück, eins nach dem anderen. Zuviel des Guten und Kahlschlag über Nacht ist da glaube ich auch nicht der optimale Weg. Lieben Dank nochmals und alles Gute

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  2. Liebe Mathilda!
    Danke für den inspirierenden Einblick in euer Kinderzimmer! Vielleicht wären diese Kärtchen etwas für euren Kleiderschrank?
    Liebe Grüße,
    Gertraud

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  3. Hoppla... hier der Link (hoffe es hat nun geklappt):
    https://tigersabenteuer.wordpress.com/free-printables/

    Liebe Grüße

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  4. Liebe Mathilda,
    ein super Beitrag, vielen Dank. Ich stehe auch gerade vor der großen Aufgabe, unser doch sehr kleines Kinderzimmer (ca. 10m²) für unsere beiden Kleinen (sie 2, er 1) einzurichten. Leider ist irgendwie der ganze Platz schon durch die notwendigen Möbelstücke (2 Betten, 1 Kleiderschrank, 1 Wickelkommode, 1 Spielzeugregal) voll, so dass kaum Platz zum bewegen und spielen bleibt. Daher schleppen alle Kinder (beim Großen im Zimmer ist es leider nicht anders, da er schon ein Schulkind ist und auch noch einen Schreibtisch hat) ihr Spielzeug ins Wohnzimmer, wo sich dann gegenseitig drum gestritten wird. Sehr nervig und wenig harmonisch. Eigentlich bräuchten wir dringend eine größere Wohnung, aber das ist finanziell momentan noch nicht drin. Also versuche ich gerade auch, durch Reduzieren allen mehr Raum zu schaffen. Hast du vielleicht noch eine Idee, was wir noch machen könnten? Liebe Grüße, Maria

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    1. Liebe Maria,
      aus der Ferne ist es schwer ganz gezielte Tipps zu geben. Hach du Liebe, was uns immer gut geholfen hat ist - Spielzeug reduzieren, aber das geht ja auch nur bis zu einem bestimmten Punkt. Könnt ihr vielleicht die Wickelkommode ausquartieren oder gar auf dem Boden wickeln??
      Ansonsten habe ich hier ein Video von Simone (Montessori Notebook) gefunden, vielleicht ist die ein oder andere ANregung für euch dabei: https://www.youtube.com/watch?v=h2M2Uo_LAms

      von ganzem Herzen alles Liebe für euch

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  5. Hallo Maria,
    Der Arbeitstag ist zwar schon älter, aber dennoch die Frage, ob die beiden nun zusammen in eurem Bett, gebaut von Opa, schlafen ? Könntest du mir sagen, welche Größe es ist? 1,40 oder 1,60 x 2,00?
    Vielen Dank Peggy

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    1. Ja beide schlafen zusammen in dem Bett.
      Es ist 140x200 groß.

      Alles Liebe

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