Montessori für Babys: Rasseln und erste Körbe

Nachdem das Baby die Beziehung zwischen Sehen und Tasten mit Hilfe von taktilen Mobiles ausgiebig erkunden konnte (mehr zu den verschiedenen Mobiles findet ihr hier), entdeckt es nun den Zusammenhang von dem bereits Bekanntem mit einer weiteren Fähigkeit, dem Hören und setzt diese miteinander in Verbindung. 


"Langsam entwickelt es (das Baby) eine Koordination zwischen dem Gesehenen, dem Gefühlten und dem Gehörten. Es sieht und spürt, dass die unterschiedlichen Bewegungen, die es mit der Rassel ausführt, verschiedene Geräusche verursachen: leise und laute, angenehme und unangenehme."




 
Wenn ich für Oskar einen Korb mit verschiedenen Rasseln oder Klappern zusammenstelle, achte ich darauf, dass er unterschiedliche Töne durch verschiedene Arten von Rasseln erzeugen kann. Eine schöne Auswahl an Rasseln und Greiflingen findet ihr hier.

Auch die Körbchen selbst sollten für das Baby natürlich gut geeignet, also zugänglich sein. In der Beobachtung mit Oskar hat sich gezeigt, dass der Korb vor allem nicht zu hoch sein sollte, da er noch nicht selbstständig sitzen und so noch nicht von oben in den Korb hinein blicken kann - ca. 8cm hohe Körbe mit einem großen Durchmesser für größere Gegenstände und eine gut Übersicht sind sehr empfehlenswert. 






Für Oskars Körbchen verwende ich zwar sehr gern Gegenstände, die er bereits kennt, sobald er jedoch kein Interesse mehr an den Gegenständen zeigt, wechsel ich sie aus. Zudem biete ich immer nur zwei bis drei verschiedene Dinge in einem Körbchen an. 
Nach ein paar Tagen verwende ich dann den ausgetauschten Gegenstand erneut, meist jedoch in einem anderen Zusammenhang, sprich mit anderen Gegenständen als zuvor. Am wichtigsten ist allerdings auch hier wieder, dass die angebotenen Gegenstände für die Kleinsten nicht verschluckbar sein dürfen!

Gern gestalte ich auch Körbe zu einem bestimmten Thema, so z.B. einen Korb mit verschieden großen und/oder schweren Bällen. Dadurch erfährt Oskar, dass Objekte mit gleicher Größe unterschiedlich schwer sein können, wenn sie aus verschiedenen Materialien sind, oder manche sich hart bzw. weich anfühlen.
Auch die ersten Haushaltsgegenstände, kleine Fingerpuppen oder (saubere und gut abgeschruppte) Naturmaterialien eignen sich sehr gut für das Zusammenstellen von Körben.





"Das Kind ist also in der Lage, reale Gegenstände seines häuslichen Umfeldes zu untersuchen, kann sie aber noch nicht selbstständig erreichen. Während wir darauf warten, dass es sich aus eigener Kraft bewegt, können wir Körbchen mit gebräuchlichen Haushaltsgegenständen zusammenstellen, die für das kindliche Untersuchen geeignet sind."


Mittlerweile haben Oskars Körbe einen festen Platz im Spielregal gefunden (mehr zu dem Regal findet ihr hier, allerdings war es da noch allein für Emil). Das Regal teilen sich mittlerweile beide Jungs. Oskar hat dabei die untere Etage bezogen und robbt sich nun schon selbstständig zu dem was ihn interessiert (ALLES).






Warum die verschiedenen Gegenstände nun aber überhaupt in Körbchen anbieten? Nun, diese Körbe geben dem Kind zum einen natürlich die Möglichkeit Gegenstände aus- und einzuräumen und welches Kleinkind macht das nicht gern? Es bedient sich selbst und kann die Gegenstände dann in aller Ruhe mit den Händen und/oder dem Mund erforschen. 

Es dient aber auch schon dem "Drang nach Ordnung" alles einem festen Platz zu geben, unterstütz die sensiblen Phase der Ordnung in der sich Kinder im Alter von 0-6 Jahren befinden. In einer solchen sensiblen Phase ist das Kind besonders empfänglich für einen ganz bestimmten Aspekt in seiner Umwelt. Wenn die äußere Umgebung des Kindes diesen Aspekt erfüllt, während das Kind dafür empfänglich ist (also während der sensiblen Phase), dann kann es diesen Aspekt quasi mühelos in sich aufsaugen.

"Eine der wichtigsten und geheimnisvollsten sensiblen Perioden ist jene, die das Kind überaus sensibel macht für Ordnung. Schon im ersten Lebensjahr gibt sich diese Empfänglichkeit kund, und sie dauert auch während des zweiten an." Zitat von Maria Montessori aus dem Buch: Kinder sind anders*







Alle Zitate (außer dem Letzten) entstammen dem Buch: Montessori von Anfang an von Lillard und Jessen*



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