Montessori für Babys: die Mobiles

"Kinder brauchen konkrete Objekte mit Eigenschaften, die sich über die Sinne erfahren lassen."




Für den Start einer neuen kleinen Serie: Montessori für Babys, habe ich mich für eine ausgiebige Zusammenfassung der verschiedenen Mobiles entschieden. 

Es gibt grob gesagt zwei verschiedene Arten von Mobiles. 
Visuelle, welche das Sehen eines Gegenstandes unterstützen und taktile Mobiles, welche das Greifen eines Gegenstandes begünstigen. Während der ersten Monate im Leben eines Babys unterstützen Mobiles vor allem jedoch die visuelle Erkundung seiner Welt. Sie verhelfen, in den frühen Wochen im Leben des kleinen Menschen, zur Entwicklung des Fokussierens und zum Verfolgen eines bewegten Gegenstandes mit dem Blick.


"So stellt das zuallererst angebotene Mobile bspw. zweidimensionale geometrische Formen in Schwarz-Weiß und das von einer Glaskugel reflektierte Licht vor. In geordneter Folge werden weitere Mobiles angeboten: drei Oktaeder aus farbigem, metallisch glänzendem Papier - idealerweise in den Primärfarben -, dann fünf Styroporkugeln, die mit Stickgarn aus abgestuften Nuancen ein- und derselben Farbe umwickelt und in aufsteigender Anordnung von dunkel bis hell angeordnet sind; anschließend stilisierte Figuren aus leichtem, metallisch glänzendem Papier, die schon bei dem leisesten Luftzug in Bewegung geraten und schließlich stilisierte hölzerne, mit Pastellfarben bemalte Figuren." (ganz teuer z.B. hier zu kaufen)

Für unser Zuhause und somit natürlich für Oskar, haben wir uns auf die ersten drei Mobiles beschränkt, es erschien uns schlichtweg zu viel des Guten und so haben wir diese lieber öfter mal durchgewechselt. 
Angebracht haben wir unsere Mobiles über Oskars Matratzenbett (indem Emil nachts bereits schläft).

"Das Mobile sollte etwa alle zwei Wochen ausgetauscht werden, um auf die Gewöhnung an dieses spezielle Mobile zu reagieren und mit der Entwicklung des Gesichtssinns Schritt zu halten." 

Munari Mobile


Wir haben unser erstes Mobile, das sogenannte Munari Mobile, von einer lieben Freundin bekommen, die es ganz liebevoll für Oskar als Geschenk zur Geburt gebastelt hat. Für den Bau hat sie dabei allerdings eine Kugel aus Plastik, anstelle der oben beschriebenen Glaskugel verwendet - diese reflektiert das Licht leider nicht ganz so schön.
Alles zum Bau eines eigenen Munari Mobiles für euer Baby findet ihr auf dieser Seite (auf englisch) gut beschrieben, allerdings ist es wohl eine etwas gehobener Bastelarbeit.
Das Munari reagiert auf den kleinsten Luftzug im Raum und bewegt sich dementsprechend viel. Oskar hat dieses Mobile besonders geliebt, bis zu einer halben Stunde lag er darunter und hat es  ganz konzentriert bestaunt.

Die Oktaeder lassen sich hingegen sehr einfach für Zuhause aus hübschem Glanzpapier nachbasteln. Einen Bastelbogen für die Oktaeder gibt es hier
Auch die mit Stickgarn umwickelten Styroporkugeln, das sogenannte Gobbi Mobile, sind leicht herzustellen. Für die genau Aufhängung der einzelnen Kugeln habe ich mich hier orientiert. 

Oskar und die Oktaeder

Oskar und das Gobbi Mobile


Als Oskar begann seine Ärmchen ganz leicht zu heben, habe ich ihm über seinem Babysitz am Hochstuhl ein zunächst großes Ziel, einen selbst gehäkelten Greifball mit Glöckchen, gehangen. 
Als seine Bewegungen immer genauer wurden, habe ich den Ball weggelassen und nur noch das Glöckchen angeboten und so die Schwierigkeit für ihn erhöht - einfach indem das Ziel für ihn kleiner wurde. 
Zunächst hat er dabei mit der geschlossenen Faust den jeweiligen Gegenstand berührt, nach und nach hat sich seine Hand jedoch geöffnet und er hat versucht den Gegenstand zu ergreifen und schließlich festzuhalten. Sobald er seine Arme im liegen über seinen Kopf heben konnte, habe ich diese taktilen Mobiles lieber wieder über seinem Matratzenbett angebracht.
Für alle taktilen Mobiles gilt dabei, dass der Gegenstand keine scharfen Kanten aufweisen sollte, an denen sich das Baby verletzen könnte. Auch muss der Gegenstand stets groß genug sein, um nicht verschluckt zu werden.





Wie bereits beschrieben, ist der nächste Schritt, dass das Baby versuchen wird mit seinen Ärmchen das Mobile zu erreichen. Neben diesen allerersten taktilen Mobiles, habe ich für Oskar seine bisher bekannten visuellen Mobiles einfach etwas tiefer gehangen, sodass er sie erreichen konnte. 
Aus den visuellen wurden taktile Mobiles - zwei ganz verschiedene Aspekte wurden so über einen bereits bekannten Gegenstand verknüpft. In der Folge erlangte er mehr und mehr Kontrolle über seine Arme und folglich über die Bewegungen seiner Hände. 

"Nun wird das Mobile in Reichweite zufälliger Armbewegungen des Babys aufgehängt. Es kann mit seinen Händchen versuchen, danach zu schlagen und es erkennt nach und nach, dass seine Bewegungen Auswirkungen auf das Mobile haben."





Wie bereits in meinem Beitrag zum ersten Greifen beschrieben, habe ich für Oskar einen Holzring an einem Gummiband aufgehangen. Denn nun konnte er Gegenstände ergreifen und bereits für wenige Augenblicke festhalten. Sobald er das herausgefunden hatte, versuchte er auch schon den Ring zum Mund zuziehen (deswegen ist das Gummiband zu empfehlen). Danach übergab er den Holzring von der einen Hand in die Andere. Die Babys sind nun in der Lage taktile und visuelle Beobachtungen miteinander zu verknüpfen.

Überdeutliches Zeichen: häng es tiefer Mama!




Damit tritt für das Baby eine neue Entwicklungsphase ein - es hat die Beziehung zwischen Sehen und Tasten entdeckt und beginnt nun einen dritten Aspekt, das Hören, ebenfalls mit in seine Erkundungen einzubeziehen - dafür eignet sich wieder prima das kleine Glöckchen, welches bei jeder Bewegung auch noch ein Geräusch von sich gibt. 
Als Oskar jedoch begann sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, wurde es Zeit für ein neues Feld der Entdeckung - er schob sich im Kreis herum und untersuchte Gegenstände in seiner näheren Umgebung, er zeigte an seinen Mobiles schlicht kein Interesse mehr.
Rasseln ersetzen folglich die taktilen Mobiles, doch dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.



Die Zitate entstammen dem Buch: Montessori von Anfang an von Lillard und Jessen*



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2 Kommentare:

  1. Halli Hallo,

    ich bin gestern auf euren Blog gestoßen und bin begeistert :)
    Da mein erstes Würmchen momentan noch auf dem Weg ist, bin ich natürlich ganz viel am Basteln und besonders die Montessori-Mobiles haben es mir angetan, weswegen dieser Artikel gerade super passt, vielen Dank dafür!!
    Eine Frage habe ich aber noch:
    "...und schließlich stilisierte hölzerne, mit Pastellfarben bemalte Figuren" das Mobile kenne ich noch gar nicht und leider ist der Artikel, zu dem der Link führt, nicht mehr verfügbar.. Gibt es da einen besonderen Namen, nach dem ich googlen kann? Weil ehrlich gesagt kann ich mir das gerade nicht so richtig vorstellen....

    LG Franzi

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    1. Liebe Franzi, hab vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar. Es freut mich immer wieder sehr Feedback zu bekommen und dann auch noch so positives - vielen Dank.
      Darunter kenne ich das "Regenbogen-Mobile" - hier gibt es einen englischen Beitrag in dem alle gezeigt sind
      http://montessorihomes.blogspot.de/2011/02/visual-mobile-series.html

      - wir persönlich hatten allerdings nur die ersten drei und damit war es für Oskar auch echt ausreichend.

      Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen. Alles Liebe für dich und alles Gute für die spannende und ganz besondere Zeit

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