erstes Greifen

Oskar in seiner Entwicklung zuzuschauen, ist eine wahre Freude.

Ich empfinde ein unglaubliche Dankbarkeit für dieses wundervolle, glückliche und gesunde Baby. Ein wenig stimmt es mich jedoch auch traurig, bei Emil habe ich soviel nahezu komplett verpasst - weil ich einfach viel zu angespannt und gehetzt war (hier mehr dazu). 
Umso schöner ist es nun viel sensibler in der Beobachtung und im Umgang mit beiden Jungs Zuhause aufmerksamer zu sein können.



Die Hand als "unentwickeltes Werkzeug" welches sich das Kind mehr und mehr zu eigen werden lässt. Durch die Hand nimmt das Kind Informationen über sich selbst und über seine Umgebung auf, diese Informationen werden an das Gehirn weitergeleitet, welches wiederum die Hand steuert. "Dieser Prozess ist eine fortwährende Aktion von Lernen und Entwicklung."

Vom instiktiven Festhalten, welches als Überbleibsel der Evolution in uns steckt und einst zum Festkrallen im Fell der Mutter diente, bis hin zum präzisen Arbeiten beider Hände - ist der Weg dahin immer gleich verlaufend.




Mit der Hand wird zunächst regelrecht nach Objekten geschlagen, dabei sieht es aus, als würde das Baby noch den gesamten Arm benutzen. Ein kleines Video von Oskar mit seinem Glöckchen gibt es hier zusehen

".. dem Kind wird allmählich bewusst, dass sein Anstoßen das Objekt veranlasst, sich zu bewegen und zu drehen. Es (das Kind) selbst ist der Verursacher der Bewegung (...) so gewinnt das Kind ein Gespür für seine wachsenden Fähigkeiten."




Sobald das Kind in der Lage ist zielgerichtet zu greifen, wird es beginnen Gegenstände zur genaueren Untersuchung zum Mund zu führen.
Unbedingt muss dabei natürlich sichergestellt sein, dass sich das Baby zu keiner Zeit an einem solchen Gegenstand verschlucken kann.

"Für das drei Monate alte Kind empfahl Montessori, ein einfaches Mobile zum Greifen aufzuhängen, beispielsweise einen hölzernen Beißring, der an einem Stück elastischen Bands befestigt ist."

Durch das elastische Band schnippt der Gegenstand in seine ursprüngliche Position zurück, sobald das Kind diesen loslässt - so kann der Gegenstand dann erneut ergriffen und zum Mund gezogen werden.

"Manchmal greift das Kind zu weit, manchmal zu kurz (...); beides ermöglicht ihm kontinuierlich Erfahrungen mit der Tiefenwahrnehmung."



Wenn sich die Hände es Kindes dabei kreuzen, begegnen sich diese und es beginnt seine eigenen Hände zu erforschen. Auch gibt es dem Kind so Informationen über die eigene Körpermitte. Oskar beruhigt es sehr stark, seine zusammengeführten Hände auf seiner Brust festzuhalten.

Mittlerweile beginnt er langsam Gegenstände von der einen in die andere Hand zu geben - er wird sehr laut und meckrig, wenn ihm dabei der Gegenstand runterfällt.

"Es führt bewusst einen Gegenstand von der rechten in die linke Hand und von der linken in die rechte. Es beginnt zu realisieren, dass beide Hände Informationen erhalten. Durch diesen Transfer gewinnt es verschiedene Erfahrungen über dasselbe Objekt."


Zitate entstammen dem Buch: Montessori von Anfang an* von Paula Polk Lillard und Lynn Lillard Jessen 



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