In unserer Küche



Im dritten Teil der Küchenwoche (hier Teil 1 und Teil 2) zeige ich schließlich die Umsetzung in unserem Zuhause in Hinblick auf die vorbereitete Umgebung. Nicht immer ist es möglich in jedem Raum optimale Bedingungen herzustellen, sodass sich das Kind ganz frei, ohne Hilfestellung und ganz ohne Einschränkungen bewegen kann - aus diesem Grund heißt es Alternativen zu finden, die dennoch eine größtmögliche Selbstständigkeit für unsere Kinder zulassen.





So hat Emil zum Beispiel keine ganz eigene Arbeitsfläche (auf seiner Höhe) nur für sich allein, denn dafür ist in unserer Küche einfach kein Platz. Wir haben daher einen Tritthocker den Emil immer genau dahin trägt, wo er gern hin möchte - ob nun an den Herd, die Spüle oder die Küchenarbeitsplatte. Weiterhin nutzen wir einen Servierwagen, der zum einen Emil als offenes Regal für sein Geschirr und seine Küchengeräte dient und uns zum anderen den Arbeitsplatz ein wenig verlängert.






Für mich gehört es am Abend ganz selbstverständlich dazu Emils Regal aufzufüllen, damit er am nächsten Tag auch wieder alles an seiner gewohnten Stelle vorfindet und sich dementsprechend frei bewegen kann. Dazu gehören Gläser, Teller und Besteck genauso wie seine Spülschüssel und sein Apfelschneider.

Wann immer ich Emil etwas neues zeige, oder ich mit ihm gemeinsam etwas schneide, stehe ich als Rechtshänderin immer auf Emils rechter Seite damit er eine uneingeschränkte Sicht hat und genau auf meine Hände sehen kann. Wenn ich weiß, er schaut mir zu, führe ich meine Tätigkeiten übertrieben langsam durch und achte ganz genau auf die Bewegungen meiner Hand, bzw. meiner Hände. Dies und die Tatsache, dass ich währenddessen nicht (oder nur sehr, sehr wenig) rede hilft ihm dabei sich genau auf das zu konzentrieren was er da sieht.





Ich hoffe, dass euch die verschiedenen Eindrücke über die gesamte Woche hinweg dazu inspirieren konnten, auch schon den ganz Kleinen die Möglichkeit zu bieten in der Küche zu arbeiten. 
Dazu braucht es zum einen das Verständnis über den Wert dieser Tätigkeiten für unsere Kinder (Teil 1) und eine geeignete und den Bedürfnissen des Kindes angepasst, vorbereitete Umgebung (u.a. Teil 2).

4 Kommentare:

  1. Henri durfte auch von Anfang an in der Küche mitwerkeln und hat sein eigenes Regal. Mithilfe des Lernturms kommt er auch überall ran, da er diesen mittlerweile beliebig verschieben kann. Danke für Euren Einblick, ich finde es immer sehr interessant wie andere es handhaben.

    LG verena

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  2. Ich danke dir für das tolle Thema und die vielen Inspirationen...meine Ikea-Liste wird immer länger ;)

    Ich möchte das hier auch noch mehr umsetzen, auch wenn wir leider nicht so viel Platz in der Küche haben. Mit meiner Räubertochter (6 Jahre) backe ich eher oder sie hilft bei den Kochvorbereitungen. Sie hat sich beim ersten Mal kochen (weltbeste "Eier"kuchen) am Ellenbogen verbrannt, obwohl ich direkt daneben stand. Seitdem sind wir da beide eher vorsichtig.

    Noch eine Frage: Warum stehst du auf seiner rechten Seite, wenn er Linkshänder ist? Wenn du links von ihm stehst, hat er doch direkten Blick auf deine rechte Hand. Ist das nicht besser?

    Liebe Grüße,
    Steffi

    PS: Ich mag deine Seite sehr! Deine Themen sind toll, der Blogname vereint meine liebsten Kindernamen (meine heißen aber anders) und du bist lustigerweise auch Biologin :)

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    1. Hallo Steffi,
      hab vielen Dank für deinen lieben Kommentar.
      Kleine Unfälle geschehen leider, als Emil sich in den Finger geschält hat, stand ich auch direkt daneben.. seitdem ist er sehr viel vorsichtiger beim Schälen geworden - aus Fehlern lernt man, heißt es. Ich glaube es ist ein bisschen wie mit dem Hinfallen beim Laufen lernen, nicht schön anzusehen aber Motivation es beim nächsten Mal besser zu schaffen.

      Ich würde bei jedem Kind auf dessen rechter Seite stehen (ganz unabhängig von der Händigkeit der Kinder - auch ist diese Händigkeit gerade bei kleineren Kindern noch nicht fest ausgeprägt und sie versuchen sich oft mit beiden Händen, bevor sich eine Seite stärker hervor zeigt), da sie so die Finger meiner linken Hand und deren genaue Bewegungen sehen können - würde ich auf Emils linker Seite stehen, bekäme er lediglich meinen rechten Handrücken zu sehen und könnte mir im wahrsten Sinne des Wortes nicht genau auf die Finger schauen.

      Anfangs hat Emil es auch oft erst mit der rechten Hand versucht und hat ganz selbstverständlich nach zwei, drei Versuchen auf seine linke Hand gewechselt. Mittlerweile ist es schon so stark gefestigt, dass er nur noch sehr, sehr selten zuerst die rechte Hand verwendet.

      Ich hoffe, damit konnte ich dir weiterhelfen.
      Ganz liebe Grüße und nochmals besten Dank, Mathilda

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    2. Liebe Mathilda,

      Ich dachte, wenn er von oben schaut, kann er dir so oder so auf die Finger schauen. Aber das leuchtet mir ein. Danke für deine ausführliche Antwort :)

      Wir werden uns einfach Schritt für Schritt wieder ans Kochen heran tasten. Kennst du das Kochbuch: "Kinder, an den Herd!", das bietet ganz viele kinderleichte Rezepte und tolle Küchenexperimente (Himbeerbrause selber machen, Brot backen...) mit liebevollen Fotos. Wir haben es aus der Bibliothek und wir sind ganz begeistert.

      Ganz liebe Grüße,
      Steffi

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