über den Weg zu unserem Lernturm

Mama hoch! 
Wer hört diesen Satz nicht, wenn er gerade vor drei brodelnden Töpfen und bestenfalls noch einer zusätzlichen Pfanne steht? 
Emil möchte am liebsten immer auf den Arm und zuschauen wie und was wir kochen. Auch mag er gerne mal rühren oder zum Beispiel Nudeln ins Wasser schütten. Diese einarmigen Kochversuche meinerseits sind dann meist von mäßigem Erfolg gekrönt und Emil ist zudem noch knatschig, weil man in der Küche dann doch ab und zu zwei Arme ganz gut gebrauchen kann. Die Lösung kam durch einen Lernturm.




Die Grundlage für den Lernturm bildet ein Tritthocker von IKEA (nämlich dieser). Darauf kommt ein Gestell, welches bestenfalls gleich hoch eurer Küchenarbeitsplatte ist.




Eine Seite bleibt zum Hoch- und Runterklettern offen. Die übrigen drei Seiten werden auf einer Höhe von ca. 15cm von der obersten Stufe mit zusätzlichen Querlatten versehen. Dadurch kann ein sicheres Stehen ermöglicht werden.




Könnte man diesen Tritthocker nicht auch ohne dieses zusätzliche Gestell verwenden? 
Klar. Emil ist jetzt 21 Monate und er hätte den Lernturm garantiert auch schon mit 18 Monaten verwendet. In einem Alter in dem das Klettern und vielleicht sogar das Laufen noch relativ neue Begleiter im Leben eines Kindes sind, finde ich diese zusätzliche Sicherheit einfach beruhigender - für Kind und Eltern. So kann Emil sich voll und ganz auf das Rühren, Mixen, Schütten und Schneiden konzentrieren - kann sich auch mal nach einem Apfel aus der Obstschale ausstrecken ohne dabei fehlzutreten und gleich runterzufallen. Wenn Emil ein Alter erreicht indem wir der Meinung sind, dass er diesen zusätzlichen Schutz nicht mehr benötigt, kommt er einfach ab.

Ist das nicht gefährlich so nah an der heißen Herdplatte? 
Klar. Eine heiße Herdplatte, ein heißer Topf, ein heißer Deckel sind potentielle Gefahren für Verbrennungen und/oder Verbrühungen. Ich kann nur über meine Erfahrungen mit Emil berichten. Schon als Emil noch vom Arm aus zusah, sagten wir ihm, dass hier oben so ziemlich alles heiß ist. Nun musste er jedoch noch lernen was heiß überhaupt bedeutet. Zum Beispiel habe ich beim Nudeln abgießen eine Nudel etwas abkühlen lassen (so, dass sie sehr warm ist, er sich aber nicht daran verbrennt). Er selber bemerkte, dass beim Kuchen backen der Herd von außen sehr warm wird und sagte dann auch immer ganz laut: heiß, heiß, heiß. Seitdem streckt Emil immer erst seinen kleinen Zeigefinger aus und tippt ganz langsam und ganz sachte Gegenstände an, die heiß sein könnten um sie zu überprüfen. 
Ihr kennt eure Kinder am besten, ihr könnt sie am besten einschätzen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass sie noch nicht für den Umgang mit diesen potentiellen Gefahren bereit sind - dann rührt ihr vielleicht zusammen eine Quarkspeise an oder knetet einen Kuchenteig, mischt Salat oder lasst sie einfach aus dieser neuen Position zusehen - so können sie euch direkt auf die Hände sehen und genau verfolgen was und wie ihr etwas schneidet, hackt oder ausrollt.

Wir zumindest geben diesen Lernturm nie wieder her. Weitere Lerntürme findet ihr hier, hier, hier, hier und hier.


Frohes Kochen.

Liebst, Mathilda

2 Kommentare:

  1. grandiose Idee. Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber damit werde ich direkt meinen Papa beauftragen. Ist nicht so,dass wir schon genug solche Ikea Hocker hier rumstehen haben.

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    1. Es ergibt sich ja öfter mal eine besondere Gelegenheit: Geburtstag, Kindertag oder einfach mal Wochenende ;)

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