Teller, Glas und viel, viel mehr

Bereits die Allerkleinsten sind in der Lage eigenständig aus einem Glas zu trinken, wenn man sie nur lässt. 
Als ich diesen Beitrag und vor allem das Bild von Otis sah, fiel es mir quasi wie Schuppen von den Augen. Ich ersetze unsere bis dahin genutzte Plastiktrinklerntasse durch ein richtiges Glas (da war Emil etwa ein Jahr). Emil donnerte es natürlich, wie gewöhnlich seine Tasse, gegen den Tisch und es ging auch gleich zu Bruch. "Oh" sagte er und ich holte Kehrschaufel und Besen. 
Ich erklärte ihm, dass man ganz vorsichtig mit den Scherben umgehen muss, da man sich sonst verletzen kann. Dann passierte etwas womit ich nicht gerechnet hätte. 
Er hat die Scherben ganz vorsichtig so angefasst wie ich es ihm gezeigt habe und wir räumten alles zusammen weg, saugten und versuchten es nochmal mit dem Trinken aus einem Glas. Er hob es mit beiden Händen an und kippte sich mehr als die Hälfte des Wassers über Gesicht und Pulli, aber ein paar Schlückchen trank er auch und das voller Stolz. 
Ich habe es ihm ehrlich gesagt noch nicht zu getraut aus einem richtigen Glas in dem Alter zu trinken, aber er überraschte und überzeugte mich.

Es war ein absoluter Aha-Moment. Denn natürlich donnerte er das Glas gegen den Tisch, weil er das mit der Plastiktasse ja die ganze Zeit ungestört tun konnte und das hat auch noch so tolle Geräusche gemacht, aber mit Glas geht das eben nur noch einmal und diese Erfahrung lässt ihn vorsichtiger im Umgang mit "richtigem Geschirr" werden.

Deswegen bin ich für "richtiges Geschirr" von Anfang an.


Alle drei Varianten gibt es bei Ikea im günstigen 6er Pack
1 besonders geeignet für die allerersten Versuche, da es sehr stabil und klein ist - ich würde es anbieten sobald das Baby stabil und aufrecht sitzen kann

2 damit hat Emil das Trinken gelernt, super geeignet für Kleinkindhände - wir haben zu Beginn immer ein halbvolles Glas angeboten und ihn damit trinken und versteckt natürlich auch das Feingefühl für das kippen üben lassen - das dauerte schon mehrere Wochen vor allem beim Glas abstellen hatte Emil seine größten Probleme, es kippte ihm immer nach hinten um, aber die Geduld lohnte sich

3 Mittlerweile ist Emil ein sehr sicherer Glastrinker, sodass er auch gerne mal Papas oder Mamas Glas (zum Größenvergleich) greift




Während der Beobachtung von Emils Essverhalten fiel mir auf, dass es ihm deutlich schwerer fiel aus einer tiefen Schüssel (z.B. Suppe) zu essen - eigentlich logisch da der Weg mit der Suppe auf dem Löffel ja viel weiter ist. 
Ich habe das einfach nicht bedacht, weil es für mich kein Unterschied macht, aber ich übe auch schon 25 Jahre länger das Essen von Suppe. So haben wir ein paar flache Schüsseln angeschafft und es war ein himmelweiter Unterschied. Aus den tieferen Schüsseln biete ich nun Obst oder Knabberein an, die er direkt mit der Hand essen kann.

Das Einzige was man beim Kauf beachten sollte: es muss der kleinen Kinderhand angepasst sein - der Rest ist Geschmackssache

Zu diesem ganzen Thema möchte ich noch sagen: jedes Kind ist anders.
Das eine lernt schneller das andere benötigt einfach mehr Zeit zum Üben. Wie lange es letztendlich dauert, ist dabei doch komplett egal. 
Es hat nichts damit zu tun, dass ein Kind "hinterher hängt" sondern es zeigt wie komplex die Handgriffe eigentlich sind, welche für uns Erwachsene so selbstverständlich ablaufen.


Hier noch eine kleine Grundausstattung. Beginnen würde ich mit einem Glas (Nummer 1) und Teller.
Die Feinmotorik der Hand eures Kindes wird immer feiner und genauer mit dieser Entwicklung steigen die Fähigkeiten. Es wird immer mehr und mehr Neues erlernen können, so können auch mehr und mehr Gegenstände, welche unterschiedliche Fertigkeiten verlangen angeboten werden. Schritt für Schritt zu flachen Schüsseln, Gabel und Löffel, tiefe Schüsseln, einer kleinen Tasse und letztendlich dem kleinen Wasserkrug.

Man sieht hier wohl deutlich meine Vorliebe für blau-weißes und blumiges Geschirr und wer uns bei Instagram folgt, der weiß um unsere Flohmarktliebe - so ist Emils Geschirr nahezu ausnahmslos vom Flohmarkt (Glas und Besteck von IKEA), aber das ist natürlich Geschmackssache.




Liebst, Mathilda

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