Baby-led weaning vs. Montessori

Das viel disskutierte Thema der Beikosteinführung liegt mir sehr am Herzen. Ist es doch ein großer Schritt für jedes Baby in Richtung Selbstständigkeit und Willensbildung, soweit man es die Welt des Essens selbst entdecken lässt. Baby-led weaning und/oder Montessori und was bedeutet das alles überhaupt?



Vorraussetzungen für das BLW sind:  
  • euer Baby sollte sicher greifen können und in der Lage sein das Essen selbstständig zum Mund zu führen
  • euer Baby muss selbstständig und aufrecht sitzen können 
  • euer Baby zeigt ein eindeutiges Interesse am Essen
  • In der Regel zeigen sich all diese Anzeichen ca. um den 6. Lebensmonat. Emil hat zum sicheren Sitzen etwas länger gebraucht und so haben wir ihm erst mit 8 Monaten Essen angeboten.

Vorrausetzungen zur Beikosteinführung nach Montessori:
  • etwa ab dem 4.-6. Lebensmonat durchläft euer Baby eine sogenannte sensitive Phase, welche durch eine bloße Beobachtung festgestellt wird. Dabei sollte das Baby lediglich Interesse am Essen zeigen und daraufhin wird Essen angeboten.

Zum Ablauf beim BLW: 
  • euer Baby sitzt in einem sicheren Hochstuhl am Familientisch (alle Essen zusammen) und quetscht und zerdrückt und isst ganz selbstständig. Nach einer gewissen Zeit und Gewöhnung an das Essen kann zusätzlich auch ein Löffel oder eine Kindergabel angeboten werden, wobei das Kind selbst entscheiden darf ob es das Besteck oder lieber die Finger benutzt (und mit dem Besteck nur mal wieder dem Phenomän der Schwerkraft auf den Grund geht)
  • Lätzchen und ein Glas Wasser können optinal ebenfalls verwendet werden

Zum Ablauf nach Montessori: 
  • euer Baby sitzt ebenfalls in einem Hochstuhl und isst zeitlich getrennt von der Familie, da es gefüttert wird  
  • zum Füttern des Breis wird ein Löffel verwendet, zusätzlich kommen Lätzchen, ein Glas mit Wasser, Serviette, Tischset und "echtes" Geschirr (kein Plastikgeschirr, sondern Keramik etc.) zum Einsatz
  • euer Baby wird immer wieder dazu ermutigt den Löffel selbstständig zu halten und damit Essen zum Mund zu führen


Kürbis zerdrücken, fühlen und schmecken

Was wird angeboten beim BLW:
  • Fingerfood: gedämpftes und rohes (weiches) Obst und Gemüse, Nudeln, Brot, etc.
  • nach einer kurzen Kennenlernphase von 3-4 Wochen haben wir Emil dann einfach das gegeben was wir auch gegessen haben nur komplett ungewürzt
  • wir haben Emil vom ersten Tag an eine Vielzahl an Obst und Gemüsen angeboten (je nach Saison) und nicht eine Woche nur ein Gemüse und in der nächsten dann zusätzlich ein Zweites ect.

Was wird angeboten nach Montessori: 
  • zunächst Gemüse- und Obstbreie, welche von Zeit zu Zeit immer grober werden und größere Stückchen enthalten, bis euer Baby schließlich auch das Essen aller anderen mit isst - ebenfalls ungewürzt

Mein Fazit: 
  • wir haben Emil nie Brei gegeben es erschien uns von Anfang an nicht natürlich die Nahrung bis zur Unkenntlichkeit zu pürieren und es ihm mit einem Löffel in den Mund zu stecken - sicherlich ist das jedoch eine Erfahrung die jede Familie für sich treffen sollte - so könntet ihr zum Beispiel etwas Banane mit einer Gabel grob zerdrücken und euerm Baby auf einem Löffel anbieten, wenn es das Essen mit der Zunge aus dem Mund wieder rausschiebt, würde ich allgemein mit der Beikosteinführung noch abwarten bis sich dieser Reflex verliert
  • das Essen kann beim BLW vom ersten Tag an selbstständig erkundet werden: Banane und Advocado sind weich und lassen sich leicht zerdrücken, Banane ist süß und matschig, Pfirsich dagegen weich und saftig etc.
  • ein weiterer sehr wichtiger Punkt für uns war und ist das gemeinsame Essen am Familientisch
  • wir werden beim zweiten Kind wohl beim BLW bleiben, jedoch von Beginn an auf Plastikgeschirr und Trinklernflaschen verzichten und uns gleich an das richtige Geschirr wagen
Es gibt kein richtig und kein falsch.

im Nachhinein würde ich wohl kein Plastikgeschirr mehr verwenden











Einen tollen Artikel zum Thema findet ihr auch bei How we Montessori

6 Kommentare:

  1. Toller Beitrag! Bei Oscar haben wir damals auch blw gemacht und es war sofort klar, dass wir es bei Samson auch so machen. Ich liebe es ihnen beim entdecken des Essens zu zusehen. Und es ist so schön von Anfang an gemeinsam zu essen.

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    1. Ach, ich danke dir so sehr! Das gemeinsame Essen war für uns auch der ausschlaggebende Punkt.
      Wie schön - nun sitzt ihr zu Viert am Tisch und esst Risotto :D

      Liebst, Mathilda

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  2. Die Sache mit dem Plastikgeschirr würde mich interessieren - bei uns steht die Beikosteinführung auch bald an, und fliegt der Teller nicht öfter mal auf den Boden?
    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. Für die allerersten Versuche haben wir es ganz einfach auf den Tisch gelegt, weil wir das Gefühl hatten, dass eine Schüssel etc. viel zu sehr vom Essen ablenkt. Ich hoffe, der Beitrag lässt nicht mehr lange aus sich warten.
      Liebst, Mathilda

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  3. Schöner Beitrag. Ich finde das Montessori-Thema allgemein ganz interessant. Wenn ich nur endlich mal dazu käme das Buch zu lesen. (was ich mir übrigens deinetwegen gekauft habe) :)
    Bei uns klappt das mit dem Brei von Anfang an ohne Probleme. Die Hälfte bekommt er aber immer ganz natürlich (also nicht püriert) und probiert sich da aus.

    Liebe Grüße,
    Bell

    (P.S. dein Layout gefällt mir soooo gut)

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    1. Vielen Dank, ich freue mich sehr - die ganze Bloggerwelt ist ja noch so neu für mich. Ach, das kann ich so gut verstehen - du ahnst ja nicht wie viele ungelesene Bücher hier noch auf mich warten .... Super, ich glaube, so erleichterst du deinem Minimann auch den Übergang von Brei zu festerer Nahrung.

      Liebst, Mathilda

      Dankeschön nochmals

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